2012_wintermaerchen_002Es war einmal … ein König von Sizilien.

Es war einmal … ein König von Sizilien, der hatte einen Freund.

Es war einmal … ein König von Sizilien, der hatte einen Freund und eine wunderschöne Frau. Und eines Tages dachte der König von Sizilien, seine Frau würde ihn mit seinem Freund betrügen. Und er wurde seines Lebens nicht mehr froh.

Es war einmal … ein König von Böhmen.

Es war einmal … ein König von Böhmen, dessen Freund dachte, er würde ihn mit seiner Königin betrügen, und da war es mit der Freundschaft aus.

Es waren einmal … zwei Königskinder, ein Prinz und eine Prinzessin. Die Prinzessin wusste aber nicht, dass sie eine Prinzessin war. Alle dachten, sie wäre die Tochter eines Schäfers. Und als der Vater des Prinzen herausfand, dass sein Sohn eine Schäferin liebt, mussten der Prinz und die Prinzessin aus Böhmen fliehen. Und gerade deswegen wurde wieder alles gut.

William Shakespeares „Wintermärchen” erzählt eine Geschichte von zwei Welten, die unterschiedlicher nicht scheinen können: Das Sizilien des Königs Leontes ist geprägt vom schönen Schein des Goldes, das Glück durch Besitz verspricht. In Böhmen herrscht die bukolische Lebensfreude der anarchischen Aussteiger. Aber in beiden Ländern regieren Könige, die mit vermeintlichem oder drohendem Verlust nicht umzugehen wissen.

Das Stück ist eines der späten Werke des englischen Dramatikers, der so genannten “Romanzen”. Mit Ausnahme des „Sturms” gehören diese Stücke zu den eher selten gespielten, wohl auch, weil sie sich einer klaren Einordnung in das klassiche Schema von Tragödie und Komödie verweigern. Shakespeare zeigt den Zuschauern eine Welt, die zum Anfang der Handlung aus den Fugen gerät (oder bereits geraten ist) und eine Phase von Irrationalität und Anarchie erfährt. Am Ende stehen dann aber doch immer die Versöhnung und die Wiederherstellung stabiler Ordnungen, veranschaulicht durch das Auffinden von verloren Geglaubtem und die Wiedervereinigung von Getrenntem.

Mit dem „Wintermärchen” zeigt das Kleine Theater Brühl seine zweite Shakespeare-Inszenierung unter der Regie von Andreas Schlenger. Die Zuschauer erwartet ein aufregender Theaterabend voller Dramatik und Witz mit Figuren, deren Leidenschaften, Ängste und Hoffnungen, Stärken und Schwächen die ganze Bandbreite shakespearescher Charaktere abdecken.

Titel der Produktion:  “Das Wintermärchen” von William Shakespeare
Regie:  Andreas Schlenger
Regieassistenz:  Minka Mönch
Darsteller:  Rebecca Bach, Nicole Beier, Gabriele Kauka, Benedict Lersch, Wilfried Minwegen, Monika Nicolaij, Ingo Rehling, Matthias Reichenberger, Marco Reinhardt, Angelika Vogt, Monika Wilk
Musik:  Karsten Reinhardt, Joachim Jezewski
Kostüme und Requisiten:  Minka Mönch, Ute Ockenfels, Martina Reichenberger, Angelika Vogts, Monika Wilk,
Inge Zettler, Hannelore Zilken
Bühnenbild:  Klaus Hermann, Wilfried Minwegen, Marco Reinhardt
Plakat und Programm:  Marco Reinhardt
Maske:
Beleuchtung:  Thomas Grund, Kalle Pchalek, Sebastian Pchalek, Sebastian Reichenberger
Tontechnik:  Karsten Reinhardt, Andreas Schlenger
Premiere:  15.09.2012, 20 Uhr

Das Kleine Theater Brühl hat die selten gespielte Romanze mit viel Einfallsreichtum in Szene gesetzt und erntete dafür bei der Premiere rauschenden Applaus. (…) Das bestens aufgelegte, ausgesprochen spielfreudige Ensemble bewährte sich glänzend. (…) Das Kleine Theater Brühl erzählt diese Geschichte mit minimalen Mitteln und extremer Fallhöhe, Ideenreichtum und Einsatzfreude, schrammt dabei manchmal hart am Klamauk vorbei und bringt dennoch Dramatik und Witz in Einklang. (Rhein-Erft Rundschau, 17.09.2012)

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