Bernarda Albas Haus

von Federico Garcia Lorca

Leider gehört diese Produktion zu den älteren Arbeiten des KTB, für die uns keine vollständigen Aufführungs- und Besetzungsdaten mehr vorliegen. Stattdessen finden Sie an dieser Stelle einen Text, der für das Programmheft anlässlich unseres Silberjubiläums 1998 geschrieben wurde.

“Bim- bam, Bim- bam ……  das Geläut dieser Glocken ist mir schon in die Schläfen gedrungen,”

sagt La Poncia, die Erste Magd, während sie das Zimmer durchschreitet, zur Magd ohne Namen, die den Boden schrubbt. So beginnt Federico Garcia Lorcas Frauentragödie in spanischen Dörfern, “Bernarda Albas Haus”.

Das Geläut der Glocken gehört zur Trauerfeier für Bernardas  zweiten Mann. Sie unterzieht sich, ihre Mutter, ihre  fünf heiratsfähigen Töchter und das Personal einem  strengen Ritus. Bernarda besteht auf der Einhaltung der traditionellen Regeln der Ehrbarkeit – von den Nachbarn argwöhnisch kontrolliert –  und zwingt sich und ihr Haus in eine achtjährige Trauerzeit. Aber alle trachten danach, dieses Haus zu verlassen, selbst ihre alte Mutter Josefa will hinaus („Ich will noch mal heiraten, einen schönen jungen Mann“). Die Töchter verzehren sich alle nach dem einzigen männlichen Wesen weit und breit, Pepe El Romano. Adela, die jüngste und schönste der Töchter, hat sich in ihn verliebt und stößt auf Gegenliebe, obwohl Angustias, die Älteste, mit ihm verlobt ist. Das Leben der Töchter in diesem Haus wird von Neid, Gehässigkeiten und Eifersüchteleien beherrscht.

Bernarda entgleitet die Kontrolle über die Familie. Adela ist schwanger, sie wird von ihrer neidischen Schwester verraten, Bernarda will Pepe erschießen, er entkommt, sie aber macht Adela glauben, sie hätte ihn getötet. Adela weiß nicht ein noch aus und erhängt sich. Betroffen, doch sehr beherrscht, ordnet Bernarda eine jungfräuliche Beerdigung Adelas an, so wie es sich für die Moral im Hause der Bernarda Alba gehört. Nach draußen darf nichts dringen, kein Bedauern, kein Schluchzen, kein Weinen – nur Schweigen soll herrschen.

Frederico Garcia Lorca schrieb dieses Stück vor Ausbruch des spanischen Bürgerkrieges 1936. In Spanien herrschte eine ähnlich explosive, von Aufmüpfigkeit und Hass geprägte Atmosphäre wie im Haus der Bernarda Alba. Es war im damaligen Spanien undenkbar, diese Probleme zur Sprache zu bringen. Mit diesem Stück suchte er eine Möglichkleit, die vorhandenen Strukturen zu durchbrechen, zu einer überlebten Ordnung nicht zu sagen:

“Schweigen, Schweigen, Schweigen.”

 

Titel der Produktion:  Bernarda Albas Haus
Regie:  Gisela Olroth-Hackenbroch
Regieassistenz:
Darsteller:
Musik:
Kostüme und Requisiten:
Bühnenbild:
Plakat und Programm:
Maske:
Beleuchtung:
Tontechnik:
Premiere:  1994

 

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