“Einen kleinen Unterschied gibt es ja wohl zwischen Euch und mir!” Monatelang habt ihr am See gelegen, Euch die Sonne auf den Bauch scheinen lassen, während wir hart arbeiteten und ein neues Stück übersetzten. Es war Sommer und furchtbar heiß; Goldonis Italienisch so schwierig. Und daraus einen spielbaren Text auf die Reihe zu bekommen … Nur mit tanto Vino Biancho kamen die Ideen und je später der Abend, desto kreativer und betrunkener wurden wir. Ständig wurde der Text beim Proben geändert. Während die Schneider nähten und die Bühnenbauer hämmerten, fiel uns immer wieder etwas Neues ein. Wir kamen nicht zu Potte. Und dann kam noch erschwerend dazu, dass Kalle in diesem Stück eine Hauptrolle spielte. Könnt Ihr ermessen, wie schwer es ist, als nichtgeübte Amateurdarstellerin mit Kalle zu spielen? Nie hielt er sich an die Textvorgabe, die Stichworte fehlten, die Anschlüsse klappten nicht. Immer wieder seinen eigenen, ständig wechselnden Text!

Übrigens, ich war Dejaniera. Nur, warum muss immer ich eine Perücke anziehen? Und dann auch noch rothaarig!!! Zu allem Ärger veränderten Pane, der Käse und Wein meine im Oktober gemessene Taille bis Mai doch erheblich zu meinen Ungunsten und ließen mein “Trienekens-orangefarbiges” Gewand (Immer muß ich so ein hässliches Kostüm anziehen!) zu meiner zweiten Haut werden. Wie kann man seinen Text sprechen und gleichzeitig tanzend über die Bühne laufen, wenn man kaum noch atmen kann?? Warum zittert Martina wie Espenlaub, wenn sie mich an die Hand nimmt und über die Bühne zieht??? Und wenn Marco mir nicht jedes Mal das Spitzentaschentuch in die Augen wedeln würde, hätte ich auch weniger mit meinen Tränen zu kämpfen.

Und dennoch, es war schön! Übersetzt man ein Stück, spielt dann auch noch mit und sieht das Endergebnis, vergisst man all die langen Nächte, die viele Arbeit, den Stress und die Nervosität. Man ist plötzlich eine Baronessa und fühlt sich auch ein kleines bisschen so, zumindest auf der Bühne …

“Ihr alle sollt heut Zeugen sein, wir laden Euch zur Hochzeit ein.” – Der Bräutigam war jedes Mal einer von Euch. So kam der eine oder andere auch in den Genuss, im “Rampenlicht” zu stehen, in die gleißende Beleuchtung von Atte, Horst oder Achim zu blicken, den Applaus zu genießen und ein wenig Theater zu machen. Erst nach dem Abschminken, nach der Regiekritik und dem Abräumen der leeren Gläser und Olivenschalen merkt man wieder, dass die Realität einen eingeholt hat. Schade? Nein!

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