“Das mir…!” – So waren meine ersten Gedanken, als mir die Rolle des Engels Hesekiel aus “Genoveva  oder Die Weiße Hirschkuh” angetragen wurde. Eine durch Schwangerschaft bedingte Umbesetzung machte mein Mitspielen erforderlich. Würde ich es schaffen, in meiner ersten Rolle genau so gut zu sein wie meine Vorgängerin? – “Vielleicht nicht so gut, aber passabel.” So lautete das Urteil nach den Wiederaufnahmeproben. Mit tatkräftiger Unterstützung von Jesi gelang es mir, in der “himmlischen” Rolle der Statue des Engels Hesekiel zu schlüpfen, der bei Bedarf zum Leben erwachte, ansonsten aber stocksteif stehen musste. – Eine Kunst war es, sich nicht zu bewegen, wenn einem vor Verkrampfung und Nervosität alle Glieder zitterten – ganz zu schweigen vom Juckreiz unter der grauen Schminke, die 1/3 des Körpers bedeckte. Zu allem Überfluss kam dann auch noch der gefürchtete Texthänger. Ich war im Begriff, das Stück um glatte 3 Akte zu kürzen. Mit einem lauten “Mein Gott wo bin ich?” versagte mir die Stimme, als ich den Fehler bemerkte. Doch eine “göttliche” Eingabe der Regie aus dem Hintergrund brachte mich auf den Boden der Tatsachen zurück, sodass das Stück nur um eine komische Einlage bereichert wurde.

Bei Julchen Schrader gab’s nicht oft
’ne Einlage in dieser Art.
So hab‘ ich still bei mir gehofft
ein Anderer mal an Worten spart.

Ich könnt Euch noch viel erzählen.
Doch wollt Ihr Antwort auf Eure Fragen?
So will ich Euch nicht länger quälen:

“Die, Majestät, sollt Ihr schon morgen haben.”

 

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