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Guernica / Picnic im Felde

von Fernando Arrabal

Premiere 12.11.1977

Leider gehört diese Produktion zu den älteren Arbeiten des KTB, für die uns keine vollständigen Aufführungs- und Besetzungsdaten mehr vorliegen. Stattdessen finden Sie an dieser Stelle einen Text, der für das Programmheft anlässlich unseres Silberjubiläums 1998 geschrieben wurde.

{phocagallery view=category|categoryid=71|imageid=607|float=left}”Mein Schatz, mein Häschen – Häschen, wo bist Du?”

Vielleicht nicht gerade ein Satz, den man sich als Einstieg in eine Szene vorstellt, die sich vor dem Hintergrund der im Bombenhagel verschütteten spanischen Stadt Guernica y Luno im Baskenland abspielt. Während Hitlers Flugzeuge der “Legion Condor” am 26.4.1937 Guernica unter einem beispiellosen Bombenteppich begraben und völlig zerstören, behandelt das gleichnamige Stück von Fernando Arrabal den zänkischen Kleinkrieg eines alten Ehepaares an der “Wohnzimmerfront” ihres langsam in sich zusammenfallenden Häuschens. Mit diesem 5. Programm tastete sich das KTB  unter der professionellen Anleitung des mittlerweile leider verstorbenen Regisseurs Günther Hefft erstmals an das Genre des surrealistischen und absurden Theaters heran. Es war eine sehr lehrreiche, interessante, streckenweise auch “unter die Haut gehende” Arbeit an dieser Szene. Unsere Truppe hatte sich in den 4 Jahren zuvor bei der Stückauswahl  bevorzugt an der sogenannten “leichten Muse” orientiert. Jetzt stand man als Spieler doch mehr oder weniger betroffen inmitten des Trümmerfeldes auf der Bühne, wenn der letzte Satz des zänkischen Alten, der seine Frau umtost vom Bombenlärm aus dem Schutt befreit, heißt:

“Ich mache Dich gleich frei. Warte, ich helfe Dir heraus!”

“Hallo…Hallo…Zu Befehl, Herr Hauptmann…Jawohl, ich bin der Wachhabende vom 47. Abschnitt…”

“Ein Frontabschnitt, zugegebenermaßen ein halbwegs ruhiger, ist der Schauplatz dieses Stückes” von F.Arrabal, das wir gemeinsam mit “Guernica” zu einem Programm zusammenstellten. “Auf eine groteske Art und Weise treffen hier der jugendliche Soldat Zapo, seine Eltern und Zepo, ein offizieller Feind Zapos aufeinander. Wäre ein Krieg irgendwo mit einem Hauch Menschlichkeit behaftet, könnte sich diese Szene, so skurril sie auch erscheint, wirklich ereignet haben.” Und wo ein “Picnic zwischen den Fronten” als möglich erschien, wunderte sich der Zuschauer auch nicht mehr über zwei kesse “Karbolmäuschen”, die mit knappen weißen Shorts und einer Krankentrage “bewaffnet” über den Kriegsschauplatz tippelten. Mit den  “hoffnungsvoll-lüsternen” Worten “Gibt’s hier Tote?” und einem kurzen Blick auf die enttäuschend friedvolle “Familienszene” verließen sie dann den Ort des Geschehens genauso schnell und quasi gleichmütig wieder wie sie erschienen waren. Skurrilität  und Absurdität gipfelten schließlich in dem Schlußsatz der “Soldaten-Mutter” am mitgebrachten Grammophon:

“Ach, ich habe mich geirrt! Statt einer Platte habe ich eine Baskenmütze aufgelegt.”

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Titel der Produktion: “Guernica / Picknick im Felde” von Fernando Arrabal
Regie:  Günter Hefft
Souffleuse:  Ulla Jendritza
Darsteller: Gaby Herchert, Karl-Heinz Pchalek, Martin Thomas,  Inge Zettler, Ullrich Zettler
Kostüme und Requisiten:  Inge Zettler
Bühnenbild:  Renee Lang, Bernd Weiss
Maske:  Elisabeth Kaul
Beleuchtung:  Renee Lang, Bernd Weiss
Premiere: 12.11.1977

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